lassen wir Sie doch einfach teilhaben

Das versprochene Interview ist in Arbeit. Gezwungenermaßen steht gerade Organisatorisches im Vordergrund. Das externe Abitur ist diesbezüglich nicht unanstrengend. Besonders für Mütter, – so kommt es mir vor.

Nebenbei muss sich mein Sohn Friedrich, seit Februar 17, für sein Schülerstudium im Winter-/ Sommersemester 2016/17, an der Goethe – Universität in Frankfurt, bis zum 9.9. zurückmelden. Er wird jetzt im Wintersemester Pro – Seminare belegen. Ein betreuender Dozent und die Studienberatung sind sehr bemüht und unterstützen ihn optimal.

Die Bewerbung für das Praktikum im Krankenhaus muss auch vorbereitet werden. Nicht in eine staatliche Schule gehen zu müssen hat ja auch den charmanten Vorteil, in der gewonnenen Zeit interessante Erfahrungen machen zu können. Mein Sohn interessiert sich für sehr viele verschiedene Richtungen. Um sich möglicherweise für ein Medizinstudium zu entscheiden, sind entsprechende Einblicke in den Krankenhausalltag eine gute Idee, dachten wir. Ein weiteres Praktikum wird er in einem der zahlreichen Frankfurter Museen machen. Geschichte wird sicher immer seine Leidenschaft bleiben.

Zusätzlich braucht er auf die Schnelle noch eine zweite Fremdsprache, da er im externen Abitur in acht Fächern und damit in zwei Fremdsprachen geprüft wird. Sein Latein hält er eher für weniger beeindruckend, – zumindest zu Demonstrationszwecken innerhalb einer mündlichen Prüfung.

Englisch spricht Friedrich schon lange fließend, da er in Schleswig – Holstein an einem bilingualen Grundschulkonzept teilnahm. Seitdem sieht er fast ausschließlich englischsprachige Filme, begleitet mich auf meine Auslands – Dienstreisen und nimmt quasi täglich via skype an weltweiten Diskussionsrunden teil, bzw. leitet sie. Die Kontakte entstanden im Internet durch das gemeinsame große Interesse an Geschichte, Politik und Philosophie.

An dieser Stelle und vielleicht etwas unpassend (aber dennoch) erlaube ich mir eine kleine Hommage an die Dithmarscher Musikschule, an der Friedrich neben dem erstklassigen Schulunterricht in seinen jeweiligen Schulen, zehn Jahre lang herausragenden Klavierunterricht bekam. Wir werden diese Zeit nie vergessen. Ein besonderer Dank geht hier an seine Dozentin, deren Unterricht in klassischem Klavier unübertroffen ist. Es waren mit die schönsten und intensivsten Jahre überhaupt.

Friedrich hat sich nach einer kleinen Frankreich – / Italienreise im August und nach einigen Überlegungen nun für Spanisch entschieden. Italienisch war leider nicht im Programm der Fernakademie. Was die Küche betrifft, schade … aber das können wir ja parallel laufen lassen. Er fängt mit einem Crash – Kurs an und danach wird eine studentische Muttersprachlerin aus Chile in zeitlich eng getakteten Unterrichtseinheiten ausschließlich Spanisch mit ihm sprechen. In Kombination mit ein paar Auslandsaufenthalten müsste Friedrich innerhalb eines Jahres die geforderte Qualifikation erreichen. Intensiv und effektiv, – ganz im Gegensatz zum Standard Schul – Fremdsprachenunterricht. Auch das leistet er/ leisten wir in Eigenregie.

Homeschooling als Alternative

Ein geeignetes Internat für meinen Sohn, also eines, das sich mit hochbegabten Jungen auskennt (es gibt anerkanntermaßen eklatante Unterschiede zwischen Hb – Mädchen und Jungen), würde mich im Monat rund 3300,- € kosten. Das kann ich leider nicht leisten. Also musste ich mir etwas einfallen lassen.

Friedrich erhält ein Mal wöchentlich Unterricht von einem Privatlehrer. Seit er diese Möglichkeit des Austausches und des effizient und perfekt auf ihn zugeschnittenen Unterrichtes hat geht es ihm sehr gut. Friedrich darf in dem Tempo sprechen, das für i h n natürlich ist. Sein Lehrer versteht ihn bestens und kann seine Gedankengänge umfassend nachvollziehen. Beide lachen viel und besprechen innerhalb von neunzig Minuten mehr, als andere an einem ganzen Schultag. Ganz abgesehen von qualitativen Unterschieden. Ich kann gar nicht beschreiben, wie erleichtert ich bin. In den staatlichen Gymnasien hat er Schlimmes erlebt.
Dazu mehr im kommenden Interview.

Auch kann ich immer wieder nur betonen, dass unterforderte Schüler individuellen Unterricht brauchen. Nur dann kann in der Folge eine vernünftige Karriereplanung für sie stattfinden. Und davon hängt selbstverständlich ihr persönliches Lebensglück ab. Durch unzählige Anfragen und Gespräche weiß ich, wie orientierungslos manche Eltern aktuell sind. Die Schule gerät zur Sackgasse. Die betroffenen Kinder sind hilflos und ziehen sich immer mehr zurück.

Was ist nun unser Plan?

Bei nachweislicher Hochbegabung bestehen gute Chancen auf ein Stipendium. Friedrich wird sich Anfang nächsten Jahres bei einer spezialisierten Psychologin in Kiel noch einmal einer umfassenden und fundierten Einzel – Hochbegabungsdiagnostik unterziehen. Das Ergebnis wird auch eine differenzierte Aussage, also ein Gutachten, über seine spezielle Ausrichtung beinhalten. Innerhalb dieser zweieinhalbstündigen Testung werden zusätzlich Aspekte wie z.B. ein möglicherweise vorliegender Autismus mit einbezogen. Ich kann allen interessierten Eltern ausschließlich zu dieser Art der Diagnostik raten. Die Testumstände könnten besser nicht sein. Ein Hochbegabter ist oft auch hochsensibel und setzt sich selbst enorm unter Druck. Durch entsprechende Empathie wird ihm dieser Druck genommen, was sich positiv auf das Testergebnis auswirkt.

Das Leben zu Hause ist sehr erfüllt

Das alles, was ich hier beschreibe, klingt so technisch. Was wir zusammen reell erleben ist ein schneller, bunter und  witziger Tagesablauf mit gefühlten 100 000 Ideen,  die immer sofort und auf der Stelle besprochen und analysiert werden müssen. Oft beziehen sie sich auf Lebensprinzipien. Wir spinnen viel herum, streiten und finden uns gegenseitig brutal anstrengend. Friedrich spielt Klavier oder wir machen Musik zusammen, er zeichnet, ich schreibe und lese vor, wir planen und und und. 24 Stunden sind definitiv zu wenig.

Das Leben mit einem begabten Kind ist wunderschön. Intensiv, täglich auf eine neue Art herausfordernd (das allerdings meistens im unvermeidbaren Kontakt mit anderen) und leider erheblich teurer. Selbstverständlich, so sollte es sein, unterstütze ich ihn jetzt in den entscheidenden Jahren, – gegen den Strom.

Seine Anerkennung dafür habe ich und die Gespräche mit ihm sind sowieso unbezahlbar …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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